Keine Kurzen für die Kurzen

Verden. Volksfeste und Alkohol sind untrennbar miteinander verbunden. Während die meisten Festbesucher ihren Konsum unter Kontrolle haben, gelingt dies einer Minderheit nicht. Dabei steigt nach Polizeiangaben der Anteil Jugendlicher rasant an.

Um den Alkoholkonsum von Jugendlichen einzudämmen und dem Jugendschutzgesetz Geltung zu verschaffen, arbeiten seit einigen Jahren die Polizeiinspektion Verden/Osterholz und der Fachdienst Jugend und Familie des Landkreises Verden eng zusammen. Die Schwerpunkte ihrer Kooperation liegen im Bereich der Prävention, der Aufklärung und Sensibilisierung für das Thema, flankiert durch gezielte Kontrollen. „Wir wollen niemandem den Spaß verderben, aber sicherstellen, dass nicht aus Spaß Ernst wird“, so die Jugendschutzbeauftragte Heike Nodorp vom Landkreis Verden.

Ob Tanz in den Mai, Jahrmärkte oder Erntefeste, das Jugendschutzteam, bestehend aus Mitarbeitern von Polizei, dem Fachdienst Jugend und Familie sowie Vertretern der Ordnungsämter von Städten und Gemeinden, hat im Vorfeld der Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Veranstaltern über Möglichkeiten gesprochen, dem übermäßigen Alkoholkonsum Grenzen zu setzen.

So sollen beispielsweise innerhalb der Festzelte Plakate darüber informieren, welche Getränke für Jugendliche tabu sind. Zusätzlich werden bei einigen Festen je nach Alter verschiedenfarbige Armbänder ausgegeben, die zeigen, wann es Zeit für den Nachhauseweg ist. Mit Durchsagen um Mitternacht wird auch akustisch zum Aufbruch aufgerufen. Ergänzt durch verlängerte Einlasskontrollen und Kassenöffnungszeiten können sich die Veranstalter so einen guten Überblick über die Einhaltung der Altersgrenzen verschaffen. Darüber hinaus können beim Einlass Rucksäcke durchsucht und mitgebrachte Alkoholika bei fehlender Altersfreigabe in Verwahrung genommen oder durch die Aufforderung „Bitte ausgießen“ auf dem Boden ausgeleert werden. Das Jugendschutzteam wird auf den Veranstaltungen punktuelle Kontrollen durchführen.

Veranstalter, Polizei, Ordnungsbehörden und der Fachdienst Jugend und Familie blicken dem Ablauf der anstehenden Festsaison positiv entgegen. „Wir gehen davon aus, dass Veranstalter, Eltern und das Jugendschutzteam an einem Strang ziehen“, so Heike Nodorp. Die Einstellung zum Jugendschutz habe sich in den letzten Jahren, bedingt durch die Schlagzeilen zum so genannten Komasaufen geändert. „Daher die Bitte an alle Erwachsenen, selbst alles dafür zu tun, dass es für die Kurzen keine Kurzen gibt.“

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